Ein bundesweites Zeichen des Gedenkens
Am Sonntag, dem 4. Oktober 2026, möchten wir gemeinsam ein außergewöhnliches und weithin hörbares Zeichen des Mitgefühls setzen.
PROJEKT TYRV wird Kirchengemeinden, Pfarreien, Kirchenkreise, Dekanate, Bistümer, Landeskirchen und weitere Glaubensgemeinschaften in ganz Deutschland darum bitten, am Abend um 19:00 Uhr für eine Minute ihre Glocken erklingen zu lassen.
Unter dem Titel „Glocken des Gedenkens – eine Minute für die Tiere“ soll ein stiller, würdevoller und überkonfessioneller Moment der Erinnerung entstehen.
Die Glocken sollen für jene Tiere läuten, die durch Gewalt, Vernachlässigung, Ausbeutung, Gleichgültigkeit oder menschliches Versagen leiden mussten oder ihr Leben verloren haben. Sie sollen für die Tiere erklingen, deren Leiden niemand rechtzeitig gesehen hat. Für jene, deren Rufe ungehört blieben. Für jene, die eingesperrt, ausgesetzt, misshandelt, gequält oder getötet wurden. Für die Tiere, die namenlos starben. Für die Tiere, deren Schicksal niemals öffentlich bekannt wurde. Und für all jene, an die sich heute vielleicht niemand mehr erinnert.
Diese Tiere sollen nicht im Schweigen verschwinden. Für eine Minute sollen die Glocken ihre Stimme sein.
„Glocken des Gedenkens“ ist keine politische Demonstration und keine Anklage gegen einzelne Menschen, Institutionen oder Glaubensgemeinschaften.
Die Aktion soll ein gemeinsamer Moment des Innehaltens sein — ein Moment, in dem Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Weltanschauung oder persönlicher Lebensweise miteinander verbunden sind. Ein Moment, in dem wir uns daran erinnern, dass Tiere fühlende Lebewesen und Teil unserer gemeinsamen Welt sind.
Sie empfinden Schmerz und Angst. Sie können Vertrauen entwickeln, Nähe suchen, Sicherheit erleben und unter Verlust, Einsamkeit und Gewalt leiden. Der Mensch trägt deshalb eine besondere Verantwortung — eine Verantwortung, die nicht erst dann beginnt, wenn Tierleid öffentlich sichtbar wird oder große Aufmerksamkeit erhält. Sie beginnt dort, wo ein Tier auf Schutz, Fürsorge und Mitgefühl angewiesen ist.
Mit dem Läuten der Glocken möchten wir dieser Verantwortung Ausdruck verleihen. Wir möchten nicht nur zurückblicken und trauern. Wir möchten zugleich daran erinnern, dass aus Erinnerung auch Haltung und aus Mitgefühl konkretes Handeln entstehen können.
Der 4. Oktober ist der Welttierschutztag. An diesem Tag wird weltweit auf den Schutz der Tiere, auf bestehendes Tierleid und auf die Verantwortung des Menschen gegenüber anderen Lebewesen aufmerksam gemacht.
Der Tag steht zugleich in einer besonderen christlichen Tradition: Am 4. Oktober begeht die Kirche den Gedenktag des heiligen Franz von Assisi. Auch die ökumenische „Zeit der Schöpfung“, in der Christinnen und Christen zur Bewahrung der Schöpfung aufgerufen werden, endet am Gedenktag des heiligen Franz von Assisi.
Damit verbindet dieses Datum zwei wichtige Gedanken: den weltweiten Einsatz für den Schutz der Tiere und die christliche Verantwortung für die gesamte Schöpfung.
Franz von Assisi
Franz von Assisi wurde um das Jahr 1181 oder 1182 in der italienischen Stadt Assisi geboren und starb im Oktober 1226. Bereits zwei Jahre nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen. Sein Gedenktag wird am 4. Oktober begangen.
Er stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Nach einer tiefgreifenden persönlichen und religiösen Wandlung entschied er sich jedoch für ein Leben in Einfachheit, Armut und Nächstenliebe.
Franz von Assisi wollte nicht über andere herrschen. Er wollte dienen. Er wandte sich den Armen, den Kranken und den Ausgegrenzten zu. Gleichzeitig entwickelte er ein außergewöhnliches Verständnis für die Verbundenheit des Menschen mit der gesamten Schöpfung.
In seiner religiösen Haltung standen Sonne, Mond, Wasser, Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen nicht beziehungslos nebeneinander. Sie waren für ihn Teile einer von Gott geschaffenen Welt.
Besonders bekannt wurde diese Haltung durch seinen sogenannten Sonnengesang. Darin spricht Franz von Assisi verschiedene Elemente der Schöpfung wie Sonne, Mond, Wind, Wasser und Erde in einer geschwisterlichen Sprache an.
Diese Sichtweise war Ausdruck einer tiefen Demut. Der Mensch steht nach diesem Verständnis nicht außerhalb der Schöpfung. Er ist ein Teil von ihr und trägt Verantwortung dafür, wie er mit ihr umgeht.
Papst Franziskus beschrieb den Heiligen von Assisi als einen Menschen, der Achtung vor allem von Gott Geschaffenen bezeugte. Franz von Assisi habe dazu aufgerufen, die Schöpfung nicht zu zerstören, sondern sie zu bewahren und in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
Franz von Assisi wird heute besonders mit Frieden, Einfachheit, Mitgefühl, Schöpfungsverantwortung und einem respektvollen Verhältnis zu Tieren und Natur verbunden.
Seine Überzeugung war nicht lediglich romantische Naturverbundenheit. Sie war eine Haltung — eine Haltung, nach der die Größe des Menschen nicht darin liegt, Schwächere zu beherrschen, sondern Verantwortung für sie zu übernehmen.
Genau dieser Gedanke steht im Mittelpunkt unserer Aktion.
Im christlichen Verständnis ist die Erde nicht allein für den Menschen geschaffen worden. Tiere sind keine bedeutungslosen Gegenstände und keine bloßen Mittel zur Erfüllung menschlicher Interessen. Sie sind Lebewesen innerhalb derselben Schöpfung.
Auch die Evangelische Kirche in Deutschland spricht im Zusammenhang mit Tieren von ihrer Mitgeschöpflichkeit. Sie verbindet damit unter anderem die Achtung vor allem Lebendigen, Dankbarkeit für die Schöpfung und das Ziel, Gewalt im Verhältnis zwischen Mensch und Tier zu verringern.
Aus dieser Sicht folgt Verantwortung. Wo Menschen Macht über Tiere besitzen, müssen sie diese Macht mit Fürsorge, Maß und Mitgefühl ausüben. Wo Tiere leiden, dürfen wir nicht wegsehen. Wo sie schutzlos sind, müssen wir Schutz ermöglichen. Wo ihnen Gewalt angetan wurde, dürfen wir ihr Schicksal nicht vergessen.
Das Gedenken an getötete und misshandelte Tiere ist deshalb mehr als ein symbolischer Rückblick. Es ist zugleich ein Versprechen:
Wir sehen hin. Wir erinnern. Wir lernen. Und wir handeln.
4. Oktober 2026 · 19:00 Uhr
Für die Tiere, die niemand schützen konnte.
Kirchenglocken begleiten Menschen seit Jahrhunderten durch bedeutende Augenblicke. Sie rufen zum Gottesdienst. Sie laden zum Gebet ein. Sie verkünden Freude. Sie begleiten Trauer. Sie erinnern an Verstorbene. Sie rufen Menschen dazu auf, ihren Alltag für einen Moment zu unterbrechen und innezuhalten.
Am 4. Oktober 2026 sollen die Glocken für jene erklingen, die selbst keine Stimme in unserer Gesellschaft besitzen. Sie sollen das Schweigen durchbrechen, das Tierleid häufig umgibt.
Denn viele Tiere leiden verborgen. Hinter verschlossenen Türen. In Kellern, Ställen, Wohnungen, Zwingern und Transportfahrzeugen. Auf Straßen, in Wäldern oder auf Feldern. In Einrichtungen, in denen niemand genau genug hinsieht.
Manche Tiere erhalten einen Namen und werden öffentlich betrauert. Viele andere bleiben unbekannt. Auch ihnen gilt diese Minute.
Das Läuten soll keine laute Inszenierung sein. Es soll ein Ruf zum Innehalten sein. Ein würdevoller Klang des Erinnerns. Ein Zeichen dafür, dass Mitgefühl nicht an der Grenze der eigenen Art endet.
Wir respektieren, dass jede Kirchengemeinde eigene organisatorische, liturgische und örtliche Regelungen besitzt. Deshalb soll die Teilnahme freiwillig und in einer Form möglich sein, die zur jeweiligen Gemeinde passt. Kirchengemeinden können sich beispielsweise beteiligen durch:
Auch Gemeinden, die aufgrund ihrer Läuteordnung kein zusätzliches Glockenläuten ermöglichen können, sind eingeladen, sich auf andere würdige Weise zu beteiligen.
Es geht nicht darum, jede Teilnahme identisch zu gestalten. Es geht um den gemeinsamen Gedanken. Am selben Tag. Zur selben Zeit. Für dieselben Geschöpfe.
Eine bundesweite Aktion kann nur dann viele Orte erreichen, wenn Menschen vor Ort mithelfen. Deshalb laden wir unsere Community ausdrücklich dazu ein, die eigene Kirchengemeinde, Pfarrei oder Glaubensgemeinschaft persönlich anzusprechen.
Fragt in eurem Ort nach, ob sich die zuständige Gemeinde am Sonntag, dem 4. Oktober 2026, um 19:00 Uhr an den „Glocken des Gedenkens“ beteiligen kann.
Eine persönliche und respektvolle Anfrage von Menschen aus der eigenen Gemeinde kann wesentlich mehr bewegen als ein unpersönliches Rundschreiben. Damit die Kontaktaufnahme möglichst einfach ist, stellen wir unten eine vorbereitete E-Mail-Vorlage für Kirchengemeinden zur Verfügung — sie kann vollständig übernommen, mit dem Namen der Gemeinde ergänzt, persönlich angepasst und direkt an das zuständige Pfarramt versendet werden.
Bitte bleibt bei allen Anfragen freundlich und respektvoll. Kirchengemeinden können zur Teilnahme eingeladen, aber nicht dazu verpflichtet werden. Auch eine Absage sollte respektiert werden. Unsere Aktion lebt nicht von Druck, sondern von Überzeugung, Mitgefühl und freiwilliger Beteiligung.
E-Mail-Vorlage für Kirchengemeinden
Bitte passe Name, Adresse, Kontaktdaten und den Namen der Kirchengemeinde vor dem Versand an.
Die Einladung richtet sich an: katholische Pfarrgemeinden, evangelische Kirchengemeinden, orthodoxe Gemeinden, freikirchliche Gemeinden, Klöster, kirchliche Gemeinschaften, ökumenische Initiativen, Kapellen und kirchliche Einrichtungen, andere Glaubensgemeinschaften, Tierschutzvereine und Tierschutzinitiativen, Tierheime und Auffangstationen, Städte und Gemeinden, private Tierhalterinnen und Tierhalter sowie alle Menschen, die an diesem Abend ein Zeichen setzen möchten.
Auch dort, wo keine Glocken erklingen, kann eine Kerze entzündet werden. Menschen können sich um 19:00 Uhr vor einer Kirche, an einem Gedenkort, im Tierheim, zu Hause oder an einem anderen geeigneten Ort versammeln. Jede Form des würdevollen Gedenkens ist willkommen.
Unsere Hoffnung ist, dass am Abend des 4. Oktober 2026 an möglichst vielen Orten die Glocken zu hören sein werden. In großen Städten. In kleinen Gemeinden. In Dörfern. An bekannten Kirchen. Und in kleinen Kapellen.
Für eine Minute könnten Menschen an vielen verschiedenen Orten dasselbe tun: stehen bleiben, zuhören, schweigen, eine Kerze entzünden und an die Tiere denken, die gelitten haben oder sterben mussten.
Niemand muss dafür dieselbe Religion, dieselbe politische Überzeugung oder dieselbe Vorstellung von Tierschutz besitzen. Uns verbindet in diesem Moment allein die Überzeugung, dass unnötiges Leiden nicht gleichgültig sein darf.
Ein einzelnes Glockenläuten verändert nicht unmittelbar die Welt. Aber es kann Menschen erreichen. Es kann zum Nachdenken bringen. Es kann Gespräche auslösen. Es kann daran erinnern, dass Schweigen und Wegsehen niemals die richtige Antwort auf Leid sein dürfen.
Und es kann zeigen, dass Erinnerung nicht nur in Worten stattfindet. Manchmal wird Erinnerung hörbar.
Sie läuten für jedes Tier, das Gewalt erfahren musste. Für jedes Tier, das vernachlässigt wurde. Für jedes Tier, das ausgesetzt und zurückgelassen wurde. Für jedes Tier, das hungern oder frieren musste. Für jedes Tier, das in Angst lebte. Für jedes Tier, das als Ware, Werkzeug oder bedeutungsloser Gegenstand behandelt wurde. Für jedes Tier, das niemand rechtzeitig retten konnte.
Für jedes Tier, dessen Geschichte öffentlich bekannt wurde. Und für die unzähligen Tiere, deren Namen und Schicksale wir niemals erfahren werden.
Sie läuten für Tiere aus vergangenen Fällen. Für Tiere, die heute leiden. Und als Mahnung, künftig früher hinzusehen und entschlossener zu handeln.
Gedenken darf nicht bedeuten, dass wir eine Minute schweigen und anschließend weitermachen wie zuvor. Erinnerung muss uns verändern. Sie muss dazu führen, dass wir aufmerksamer werden. Dass wir Tierleid früher erkennen. Dass wir Beobachtungen nicht verdrängen. Dass wir Hilfe organisieren. Dass wir zuständige Stellen informieren. Dass wir gesellschaftlich und politisch über besseren Tierschutz sprechen. Und dass wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Die „Glocken des Gedenkens“ stehen deshalb für Trauer und Hoffnung zugleich. Wir trauern um Tiere, denen nicht geholfen werden konnte. Aber wir hoffen auf eine Zukunft, in der Menschen früher eingreifen, Behörden konsequenter handeln und Tiere einen stärkeren Schutz erfahren.
PROJEKT TYRV ist politisch und konfessionell unabhängig. Mit dieser Aktion möchten wir keine Glaubensrichtung für unsere Arbeit vereinnahmen und keine religiösen Überzeugungen bewerten.
Wir wenden uns respektvoll an die Kirchen, weil Glocken in unserer Kultur und Geschichte eine besondere Bedeutung für Gedenken, Trauer und gemeinschaftliches Innehalten besitzen. Zugleich schafft der Gedenktag des heiligen Franz von Assisi am 4. Oktober eine inhaltliche Verbindung zwischen christlicher Schöpfungsverantwortung und dem Anliegen des Tierschutzes.
Die Aktion ist für gläubige und nicht gläubige Menschen gleichermaßen offen. Jeder Mensch kann teilnehmen — im Gebet, im Schweigen, mit einer Kerze, oder einfach mit einem Gedanken an ein Tier, das nicht vergessen werden soll.
Unser Aufruf an die Kirchengemeinden
Sehr geehrte Verantwortliche der Kirchengemeinden, wir bitten Sie, zu prüfen, ob Sie sich am Sonntag, dem 4. Oktober 2026, um 19:00 Uhr an den bundesweiten „Glocken des Gedenkens“ beteiligen können.
Lassen Sie die Glocken Ihrer Kirche für eine Minute für jene Tiere erklingen, die durch Gewalt, Vernachlässigung und menschliches Versagen gelitten haben oder gestorben sind. Setzen Sie gemeinsam mit uns ein Zeichen für Mitgefühl, Verantwortung und die Achtung vor der Schöpfung.
Sollte ein zusätzliches Glockenläuten nicht möglich sein, freuen wir uns ebenso über eine stille Andacht, eine Fürbitte, eine Kerze oder eine Schweigeminute.
Jede Form der Beteiligung trägt den Gedanken weiter. Jede teilnehmende Gemeinde schenkt den vergessenen Tieren einen Moment der Erinnerung.
Unser Aufruf an alle Menschen
Helft uns, diese Idee in eure Städte und Gemeinden zu tragen. Sprecht eure örtliche Kirchengemeinde an. Nutzt unsere E-Mail-Vorlage. Teilt den Aufruf. Informiert Tierschutzvereine, Tierheime und andere Initiativen. Fragt freundlich nach, ob sich eure Kirche beteiligen möchte.
Aus einer einzelnen Idee kann nur dann ein bundesweites Zeichen entstehen, wenn viele Menschen bereit sind, sie weiterzutragen. Jede Anfrage kann etwas bewegen. Jede Zusage macht die Aktion sichtbarer. Jede Glocke trägt die Erinnerung weiter.
Glocken des Gedenkens
Eine Minute für die Tiere
Für die Tiere, die gelitten haben.
Für die Tiere, die vergessen wurden.
Für die Tiere, die niemand schützen konnte.
Für eine Zukunft, in der Mitgefühl nicht an der Grenze der eigenen Art endet.
PROJEKT TYRV – Jenseits des Vergessens
PROJEKT TYRV möchte Tierquälerei sichtbar, belegbar und verfolgbar machen. Wir erinnern an Tiere, deren Schicksale nicht vergessen werden dürfen. Wir nennen keine mutmaßlichen Täterinnen oder Täter öffentlich, solange keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt.
Unser Ziel ist nicht der digitale Pranger. Unser Ziel ist Erinnerung, Aufklärung, Prävention und ein stärkerer gesellschaftlicher Schutz für Tiere.
Mit den „Glocken des Gedenkens“ möchten wir am Welttierschutztag 2026 einen Moment schaffen, der über einzelne Fälle hinausgeht. Einen Moment für alle Tiere. Bekannt oder namenlos. Geliebt oder vergessen. Gerettet oder verloren.
Am 4. Oktober 2026 um 19:00 Uhr sollen ihre Geschichten für eine Minute in ganz Deutschland hörbar werden.
Eine Glocke allein ist ein Klang.
Viele Glocken werden zu einem gemeinsamen Zeichen.
Ein Zeichen gegen das Vergessen.
Ein Zeichen für die Tiere.
Zu Jenseits des Vergessens