TYRV SchleifePROJEKT TYRV

Verantwortung statt Sensation

Redaktionelle Grundsätze

PROJEKT TYRV dokumentiert Fälle von Tierquälerei, erinnert an betroffene Tiere und setzt sich für eine wirksame Aufklärung und rechtsstaatliche Verfolgung ein.

Wir wissen, dass Veröffentlichungen über mutmaßliche Straftaten erhebliche Auswirkungen auf betroffene Tiere, Menschen, Angehörige, Behörden und laufende Ermittlungen haben können.

Deshalb verpflichten wir uns zu nachvollziehbaren redaktionellen Grundsätzen.

Unser Ziel ist nicht die Erzeugung möglichst großer Empörung. Unser Ziel ist, Tierquälerei erkennbar, belegbar und verfolgbar zu machen, ohne selbst Grenzen von Wahrheit, Würde und Rechtsstaatlichkeit zu überschreiten.

Wir veröffentlichen Tatsachenbehauptungen nur, wenn sie auf einer nachvollziehbaren Grundlage beruhen. Als mögliche Quellen berücksichtigen wir insbesondere:

  • Mitteilungen von Polizei und Staatsanwaltschaften,
  • gerichtliche Entscheidungen,
  • Mitteilungen von Veterinärämtern und Behörden,
  • parlamentarische Dokumente,
  • amtliche Statistiken,
  • seriöse journalistische Berichterstattung,
  • öffentlich einsehbare Originaldokumente,
  • bestätigte Aussagen unmittelbar beteiligter Stellen,
  • eigenes, überprüfbares Bild- oder Dokumentationsmaterial.

Hinweise aus sozialen Netzwerken können Ausgangspunkt einer Recherche sein. Sie gelten jedoch nicht automatisch als verlässlicher Beleg.

Wir unterscheiden deutlich zwischen: gesicherten Tatsachen, behördlichen oder strafrechtlichen Vorwürfen, noch ungeklärten Umständen, eigenen Bewertungen, Meinungen Dritter.

Vermutungen werden nicht als Tatsachen dargestellt.

Kann eine Information nicht ausreichend bestätigt werden, wird sie entweder nicht veröffentlicht oder ausdrücklich als unbestätigt gekennzeichnet.

Bei schwerwiegenden Vorwürfen bemühen wir uns, Angaben anhand mehrerer voneinander unabhängiger Quellen zu überprüfen.

Eine große Zahl gleichlautender Beiträge stellt nicht automatisch eine Vielzahl unabhängiger Quellen dar. Viele Veröffentlichungen können auf dieselbe ursprüngliche und möglicherweise fehlerhafte Meldung zurückgehen.

Wir prüfen deshalb nach Möglichkeit:

  • Woher stammt die ursprüngliche Behauptung?
  • Wurde die Information von einer zuständigen Stelle bestätigt?
  • Bezieht sich die Quelle tatsächlich auf denselben Fall?
  • Sind Ort, Datum und beteiligte Tiere eindeutig zugeordnet?
  • Wurde ein älterer Fall möglicherweise als aktueller Fall verbreitet?
  • Wurden Bilder aus einem anderen Zusammenhang übernommen?
  • Gibt es spätere Berichtigungen oder neue Ermittlungsergebnisse?

Eine beschuldigte oder tatverdächtige Person gilt nicht allein aufgrund eines Vorwurfs als schuldig.

Solange keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt, verwenden wir eine entsprechend zurückhaltende Sprache. Mögliche Formulierungen sind:

  • tatverdächtige Person,
  • beschuldigte Person,
  • nach Angaben der Polizei,
  • laut Anklage,
  • nach bisherigem Ermittlungsstand,
  • der Person wird vorgeworfen,
  • der Verdacht richtet sich gegen,
  • ein rechtskräftiges Urteil liegt noch nicht vor.

Wir vermeiden Formulierungen, die den Eindruck einer bereits feststehenden Schuld erwecken.

PROJEKT TYRV veröffentlicht grundsätzlich keine Namen mutmaßlicher Täter, solange keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt.

Eine bereits erfolgte Namensnennung durch andere Webseiten oder soziale Netzwerke ist für uns allein kein ausreichender Grund, den Namen ebenfalls zu verbreiten.

Auch nach einer rechtskräftigen Verurteilung erfolgt eine Namensnennung nicht automatisch. Dabei berücksichtigen wir insbesondere:

  • die Schwere und öffentliche Bedeutung des Falles,
  • die Rolle der betreffenden Person,
  • die Verlässlichkeit der Identifizierung,
  • die Gefährdung unbeteiligter Angehöriger,
  • den zeitlichen Abstand zur Tat,
  • die mögliche Resozialisierung,
  • das berechtigte Informationsinteresse,
  • die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Person.

Unser Ziel ist Dokumentation, nicht öffentliche Jagd.

Wir veröffentlichen keine privaten Adressen, Telefonnummern, persönlichen Kontaktdaten oder Aufenthaltsorte beschuldigter Personen. Wir rufen nicht dazu auf, Personen:

  • persönlich aufzusuchen,
  • anzurufen oder anzuschreiben,
  • am Arbeitsplatz zu kontaktieren,
  • öffentlich zu beschimpfen,
  • wirtschaftlich zu schädigen,
  • privat zu verfolgen,
  • körperlich anzugreifen,
  • außerhalb rechtsstaatlicher Verfahren zu bestrafen.

Auch bei besonders grausamen Fällen lehnen wir Selbstjustiz ab.

Soweit es der Sachverhalt, die zeitliche Situation und der Schutz laufender Ermittlungen zulassen, können unmittelbar Betroffene oder verantwortliche Stellen vor einer Veröffentlichung um Stellungnahme gebeten werden.

Eine ausbleibende Antwort gilt nicht als Schuldeingeständnis.

Stellungnahmen werden sachlich berücksichtigt. Wir sind jedoch nicht verpflichtet, nachweislich falsche, beleidigende oder themenfremde Erklärungen vollständig oder unkommentiert zu veröffentlichen.

Wir veröffentlichen keine Informationen, wenn dadurch Ermittlungen, Beweissicherungen, behördliche Maßnahmen oder Gerichtsverfahren erheblich gefährdet werden könnten. Insbesondere prüfen wir zurückhaltend die Veröffentlichung von:

  • noch nicht gesicherten Beweisen,
  • internen Ermittlungsinformationen,
  • nicht öffentlichen Zeugenaussagen,
  • konkreten behördlichen Einsatzplanungen,
  • personenbezogenen Daten von Zeugen,
  • Aufenthaltsorten gesuchter Tiere, wenn dadurch eine Sicherung gefährdet wird,
  • Details, die mögliche Täter vor behördlichen Maßnahmen warnen könnten.

Der Wunsch nach schneller Veröffentlichung darf die Aufklärung eines Falles nicht beschädigen.

Tiere sind für uns keine Mittel zur Erzeugung von Klicks, Reichweite oder finanzieller Aufmerksamkeit.

Wir veröffentlichen Fotos und Videos verletzter oder getöteter Tiere nur, wenn dafür ein nachvollziehbarer dokumentarischer oder aufklärerischer Grund besteht. Dabei beachten wir:

  • möglichst zurückhaltende Bildauswahl,
  • Inhaltswarnungen bei belastenden Darstellungen,
  • keine unnötigen Nahaufnahmen schwerster Verletzungen,
  • keine wiederholte Verwertung derselben grausamen Bilder,
  • keine reißerische Gestaltung,
  • keine entwürdigenden Bildmontagen,
  • keine Verwendung des Tierleids als bloßer Blickfang.

Auch ein verstorbenes Tier verdient eine würdevolle Darstellung.

Die Identität von Hinweisgebern, Zeugen, Tierhaltern, Einsatzkräften oder anderen Beteiligten wird nicht ohne sachlichen Grund und erforderliche Zustimmung veröffentlicht. Besonders geschützt werden:

  • Kinder und Jugendliche,
  • Opfer von Gewalt oder Bedrohung,
  • private Hinweisgeber,
  • Angehörige,
  • Personen mit erkennbarer Schutzbedürftigkeit,
  • Mitarbeiter von Behörden oder Einrichtungen, sofern sie nicht selbst öffentlich auftreten.

Vertrauliche Informationen werden nicht allein deshalb veröffentlicht, weil sie uns zugesandt wurden.

PROJEKT TYRV ist parteipolitisch unabhängig.

Wir beurteilen politische Entscheidungen danach, welche Folgen sie für Tiere, Tierschutz, Strafverfolgung, Prävention und zuständige Behörden haben. Wir können sachlich Kritik üben an:

  • gesetzlichen Regelungen,
  • Strafrahmen,
  • behördlichen Abläufen,
  • politischer Untätigkeit,
  • unzureichender Kontrolle,
  • fehlenden finanziellen oder personellen Ressourcen,
  • strukturellen Schwächen des Tierschutzes.

Unsere Berichterstattung dient jedoch nicht der Wahlwerbung oder der Bekämpfung einer politischen Partei. Politische Aussagen werden anhand ihres Inhalts bewertet und nicht allein danach, aus welchem politischen Lager sie stammen.

Mehr zu unserer politischen Unabhängigkeit

Der Einsatz für Tiere darf nicht gegen die Würde oder die Rechte von Menschen ausgespielt werden.

PROJEKT TYRV ist demokratisch, weltoffen und LGBTQ+-freundlich.

Wir dulden keine rassistischen, antisemitischen, sexistischen, queerfeindlichen, behindertenfeindlichen oder sonstigen menschenverachtenden Inhalte.

Auch Berichte über Tierquälerei dürfen nicht dazu benutzt werden, pauschal ganze Nationalitäten, Religionen, Kulturen, soziale Gruppen oder Minderheiten herabzuwürdigen.

Verantwortung ist individuell und muss anhand konkreter Tatsachen beurteilt werden.

Kommentare, Forderungen, offene Briefe und politische Bewertungen werden erkennbar von reinen Tatsachenberichten getrennt.

Meinungsbeiträge können eine klare Haltung enthalten. Die darin verwendeten Tatsachengrundlagen müssen dennoch korrekt und überprüfbar sein.

Eine starke Sprache ersetzt keine Belege.

Der Einsatz künstlicher Intelligenz oder digitaler Bearbeitung wird nicht dazu genutzt, Beweismittel zu erfinden oder reale Ereignisse irreführend darzustellen.

Symbolbilder, Illustrationen, künstlerische Gedenkbilder und KI-generierte Darstellungen sollen als solche erkennbar sein, wenn eine Verwechslungsgefahr mit authentischem Bildmaterial besteht. Wir veröffentlichen keine künstlich erzeugten Darstellungen, die:

  • eine reale Person fälschlich bei einer Tat zeigen,
  • nicht geschehene Verletzungen als echt darstellen,
  • angebliche Beweise vortäuschen,
  • einen realen Fall in wesentlichen Punkten verfälschen.

Originalaufnahmen und symbolische Darstellungen müssen redaktionell voneinander unterschieden werden.

Mehr zu unserem Einsatz künstlicher Intelligenz

Auch bei sorgfältiger Arbeit können Fehler entstehen.

Werden uns belastbare Hinweise auf einen Fehler übermittelt, prüfen wir diese zeitnah und ergebnisoffen. Nachweislich falsche Angaben werden:

  • berichtigt,
  • ergänzt,
  • eindeutig als korrigiert gekennzeichnet oder
  • vollständig entfernt, wenn eine Berichtigung nicht ausreicht.

Wesentliche Korrekturen sollen für Leser nachvollziehbar bleiben.

Wir entfernen nicht stillschweigend jede frühere Aussage, wenn dadurch ein falscher Eindruck über den bisherigen Verlauf entstehen würde.

Fälle können sich durch Ermittlungen, Gutachten, Anklagen, Einstellungen oder Gerichtsurteile verändern. Wir bemühen uns daher, wesentliche neue Entwicklungen zu ergänzen. Dazu gehören insbesondere:

  • Einstellung eines Ermittlungsverfahrens,
  • Anklageerhebung,
  • Freispruch,
  • Verurteilung,
  • Rechtskraft eines Urteils,
  • Aufhebung oder Änderung einer Entscheidung,
  • neue behördliche Erkenntnisse,
  • Berichtigung einer früheren Identifizierung.

Der ursprüngliche Verdacht darf nicht dauerhaft als feststehende Wahrheit erscheinen, wenn spätere Erkenntnisse ihm widersprechen.

Spenden, Kooperationen, Reichweite oder persönliche Beziehungen dürfen nicht darüber entscheiden, ob ein Fall sachlich dokumentiert oder kritisch geprüft wird.

Bezahlte Inhalte, Werbung und Kooperationen müssen erkennbar gekennzeichnet werden. Eine finanzielle Unterstützung begründet keinen Anspruch auf:

  • positive Berichterstattung,
  • Unterdrückung berechtigter Kritik,
  • bevorzugte Behandlung,
  • Entfernung sachlich zutreffender Informationen,
  • Einfluss auf redaktionelle Entscheidungen.

Hinweise auf falsche, unvollständige oder veraltete Angaben können an PROJEKT TYRV gerichtet werden. Eine Mitteilung sollte möglichst enthalten:

  • den betroffenen Beitrag,
  • die konkret beanstandete Aussage,
  • eine nachvollziehbare Begründung,
  • geeignete Belege oder Quellen,
  • gegebenenfalls die gewünschte Berichtigung.

Pauschale Forderungen ohne Begründung oder der bloße Wunsch, eine unangenehme, aber zutreffende Information zu entfernen, führen nicht automatisch zu einer Löschung.

Hinweise richtest du bitte an hallo@kreativkante.de.

Wir wollen erinnern, ohne auszubeuten.

Wir wollen anklagen, wo Tatsachen dies tragen, aber nicht vorverurteilen.

Wir wollen Haltung zeigen, ohne Fakten durch Empörung zu ersetzen.

Wir wollen Tierquälerei sichtbar machen, ohne die Würde von Tieren und Menschen zu verletzen.

Belegbar statt behauptet. Würdevoll statt reißerisch. Rechtsstaatlich statt rachsüchtig. Nachhaltig statt klickgetrieben.

Stand: 1. August 2026 · PROJEKT TYRV · www.projekt-tyrv.de