Was geschah mit Schmotzer?
Schmotzer war ein rötlich-weißer, zutraulicher Kater aus Brixen im Thale. Medien berichteten, dass er in der Umgebung bekannt war, sich auf mehreren Höfen bewegte und gefüttert wurde. Kurz vor seinem Tod soll eine Tierärztin ihn kastriert und seine Zähne versorgt haben.
Am 30. April 2026 wurde Schmotzer nach der späteren Anklage von vier jungen Männern in Brixen im Thale getötet. Ein rund 55 Sekunden langes Video dokumentierte Teile des Geschehens: Ein Bolzenschussgerät wurde am Kopf des Katers eingesetzt; anschließend wurde mehrfach mit einer Schaufel auf ihn eingeschlagen und schließlich wurde ihm die Kehle durchtrennt. Auf der Aufnahme ist auch Lachen zu hören.
Die spätere Verteidigungslinie war eine andere als die öffentliche Wahrnehmung des Videos: Die Männer erklärten, sie hätten den Kater bereits verletzt am Straßenrand gefunden und ihn von seinem Leiden erlösen wollen. Ob Schmotzer bereits vor Beginn der Videoaufnahme verletzt war, ließ sich laut Berichterstattung im Strafverfahren nicht beweisen – weder in die eine noch in die andere Richtung.
Am 2. Mai 2026 erstatteten zwei Jugendliche Anzeige, nachdem sie das Video über einen Messengerdienst erhalten hatten. Die Polizei sicherte die Aufnahme und ermittelte die Beteiligten. Am 14. Mai erschienen die vier bereits namentlich bekannten späteren Beschuldigten bei der Polizeiinspektion Westendorf. Laut Polizei zeigten sie sich geständig und reumütig; sie räumten ein, das Tier getötet zu haben, bestritten aber eine absichtliche Quälerei.
Am 4. August 2026 kam es am Landesgericht Innsbruck zum Prozess wegen Tierquälerei. Die Öffentlichkeit war unter anderem wegen des jugendlichen Alters eines Angeklagten ausgeschlossen. Nach rund eineinhalb Stunden wurden alle vier Angeklagten freigesprochen. Die Richterin sah den strafrechtlichen Tatbestand nicht als erwiesen an. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Rechtsmittel; die Freisprüche sind rechtskräftig.
Der Fall war damit strafrechtlich abgeschlossen, tierschutzrechtlich aber nicht zwingend vollständig beendet. Nach dem Urteil erklärte die Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel, Gerichtsurteil und Polizeibericht zu analysieren und eine mögliche verwaltungsrechtliche Ahndung nach dem österreichischen Tierschutzgesetz zu prüfen. Auch die Österreichische Tierärztekammer forderte eine umfassende verwaltungsrechtliche Prüfung.