Wer war Jette – und was ist öffentlich bekannt?
Henriette, genannt Jette, war eine Šarplaninac-Mix-Hündin. Nach einem MDR-Bericht wurde sie 2024 im Alter von ungefähr einem Jahr verlassen und verwahrlost auf einem Müllplatz in Bosnien gefunden. Die österreichische Tierschutzorganisation „Pfoten ohne Namen“ brachte sie zunächst in einer örtlichen Pension unter und ließ sie tierärztlich versorgen.
Im November 2024 kam Jette mit einem Transport nach Deutschland. Ein privates Tierheim in der Nähe von Erfurt übernahm die Vermittlung. Nach Angaben des MDR sah das Vermittlungskonzept Kennenlerntermine, eine Probezeit, Kontrollen und eine lebenslange Rücknahmemöglichkeit vor. Ende 2024 wurde Jette an eine Frau mit Haus und Garten vermittelt. Im Vermittlungsvertrag soll eine Weitergabe untersagt gewesen sein.
Später gelangte Jette unter bislang öffentlich nicht abschließend geklärten Umständen zu einer damals 21-jährigen Frau und einem 41-jährigen Mann in Pößneck. Genau an dieser Stelle beginnt eine der zentralen offenen Fragen des Falles: Wie und warum kam die Hündin trotz der beschriebenen Vermittlungsbedingungen zu diesen Personen?
Für November 2025 lautet der offizielle Tatvorwurf von Polizei und Staatsanwaltschaft: Die beiden Beschuldigten sollen den Hund gequält und misshandelt haben, indem das Tier zunächst medikamentös vergiftet und anschließend stranguliert wurde. Der Vorfall geschah nach Angaben des Landratsamtes in der Wohnung eines der beiden Beschuldigten.
Einzelheiten über konkrete Medikamente oder Stoffe, die in sozialen Netzwerken genannt wurden, sind von Polizei oder Staatsanwaltschaft öffentlich nicht bestätigt worden. Diese Fallakte übernimmt deshalb nur die behördlich bestätigte Formulierung „medikamentös vergiftet“.
Am 9. Dezember 2025 wurde das Veterinäramt des Saale-Orla-Kreises durch Anzeigen zweier Tierschutzvereine auf den Fall aufmerksam. Das Landratsamt stellte ebenfalls Strafanzeige. Die Kriminalpolizeiinspektion Saalfeld übernahm die Ermittlungen. Das verstorbene Tier wurde im Zuge polizeilicher Maßnahmen aufgefunden, exhumiert und untersucht.
Parallel leitete das Veterinäramt gegen beide Beschuldigte Verfahren zu Tierhalte- und Betreuungsverboten ein und vollzog diese. Anfang Juni 2026 teilten die beteiligten Veterinärbehörden mit, dass bei Kontrollen bei keinem der beiden Beschuldigten ein Tier festgestellt worden sei.
Im Juni 2026 erreichte der Fall eine breite Öffentlichkeit. Am 5. Juni nahmen nach Angaben des Saale-Orla-Kreises rund 500 Menschen an einer Mahnwache auf dem Pößnecker Marktplatz teil. Gleichzeitig warnten Polizei und Behörden ausdrücklich vor Doxxing, Beleidigungen, Gewalt- und Morddrohungen gegen die Beschuldigten.
Am 10. Juni 2026 erklärte die Polizei, die Ermittlungen seien in der finalen Phase. Am 18. Juli 2026 berichtete der MDR, dass die polizeilichen Ermittlungen inzwischen abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft Gera zur weiteren Entscheidung übergeben worden seien. Nach dem damaligen Stand sollte das Verfahren im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Stand 15. August 2026 konnte in den öffentlich zugänglichen belastbaren Quellen kein rechtskräftiges Urteil und keine abschließende gerichtliche Entscheidung gefunden werden. Deshalb bezeichnet diese Seite die zwei Personen konsequent als Beschuldigte und die geschilderte Tötung als Tatvorwurf, soweit keine behördlich festgestellte Tatsache wiedergegeben wird.